Design-Sitz am eigenen Leib getestet

Als Designer Lars Herold den Design-WC-Sitz SWAY D entwarf, spielte sich ein Teil der Arbeit zu Hause ab. Er montierte verschiedene Sitze auf dem eigenen WC, um mittels Test die beste Passform zu finden.

Der neueste Design-Sitz von Pressalit Seats heißt SWAY D. Entworfen wurde er von Designer Lars Herold aus dem Wunsch heraus, ein klares skandinavisches Design mit sanften Kurven und Originalität zu kombinieren. SWAY D ist zu gleichen Teilen ein dekoratives Badelement und ein komfortabler WC-Sitz. Er folgt dem derzeitigen Trend zu flachen, schlanken WC-Sitzen, bricht die Norm jedoch durch eine federleicht geschwungene Linie und ein gewölbtes Profil in schlichter Formensprache. SWAY D wurde auf allen Märkten von Pressalit eingeführt und passt zu einer breiten Auswahl von Keramiken.  

Designer Lars Herold berichtet darüber, wie dieser besondere WC-Sitz zustande kam.

Was hat Sie dazu inspiriert, einen schmalen Sitz mit der geschwungenen Linie zu schaffen, die das Kennzeichen von SWAY D ist?
Den Ausgangspunkt für SWAY D bildete eigentlich ein Auftrag, bei dem es um einen stringenten, schlanken Sitz ging, der im Trend der Zeit liegt. Ich wollte dem Sitz mehr Ausdruck verleihen und ein höheres Maß an Energie und Charakter in das Design bringen. Zwar ist der WC-Sitz ein Alltagsgegenstand, der viele Jahre halten und deshalb zeitlos sein soll, doch ich finde, dass es auch Raum für Finesse und Originalität gibt. Ich ging in Pressalits Bibliothek auf die Jagd nach alten WC-Sitzen und ließ mich von Modellen mit höherem Energieniveau und ausgeprägten Kurven inspirieren. Auf diese Weise vereinte ich eine minimalistische nordische Formensprache mit geschwungenen Linien. 

Wie gelangten Sie von der Idee zum Konzept?
Ich habe etliche Skizzen mit der Hand gezeichnet und sowohl computergestützte 3D-Modelle als auch handgefertigte Schaummodelle in voller Größe erstellt. Wir hatten ungefähr zehn Modelle und sieben Grundkonzepte, die wir laufend verfeinerten, um ein Ergebnis zu erhalten, das der Passform der ausgewählten WC-Keramiken entsprach und gleichzeitig die Verhältnisse in der Produktion berücksichtigte – beispielsweise soll der Sitz zu den Pressen und Schleifmaschinen passen. Die Skizzierungsphase nahm insgesamt etwa vier Wochen in Anspruch.

Auf welche Weise sorgt man für einen guten Sitzkomfort, wenn man einen visuell ansprechenden Sitz gestaltet?
Es gibt einige Faustregeln, u. a. zur Breite der Kanten und Größe der Aussparung, aber ich lege großen Wert darauf, mich durch Tests an das optimale Ergebnis heranzutasten. SWAY D soll nicht nur bequem aussehen, sondern es auch wirklich sein, und deshalb gelangte ich nicht einfach mit Hilfe von Zeichnungen zum fertigen Sitz. Als Teil des Designprozesses nahm ich eine Reihe Sitze mit unterschiedlichen Passformen mit nach Hause und montierte sie für jeweils eine Woche auf dem WC meiner Familie, um meinen unmittelbaren Eindruck zu testen. Als wir gegen Ende des Designprozesses 3D-Modelle aus Blockmaterial frästen, wurden auch diese am eigenen Leib getestet und anschließend angepasst.

Sie haben mit der Gestaltung von SWAY D Ihr Ziel erreicht – was ist Ihr nächstes Projekt auf dem Zeichenbrett?
Im Augenblick konzentriere ich mich darauf, SWAY-Versionen zu entwickeln, die zu anderen Keramiken passen. Ansonsten will ich mich weiter damit beschäftigen, den skandinavischen Minimalismus durch neue Formen zu bereichern. Ein WC-Sitz soll diskret sein, doch ich finde, dass er trotzdem Ausdruck und Raffinement einbringen kann, und ich freue mich darauf, in meinen künftigen Projekten für Pressalit damit zu arbeiten.